Meine Geschichten

 

Unter Stories veröffentliche ich Geschichten und Erzählungen, die ich für die Seniorenzeitung Oberhausen geschrieben habe.
 

Hier die Übersicht über die Geschichten:
 

  • Wie ich zum Computer kam
  • Das Alter
  • Arbeitersiedlungen im Ruhrgebiet
  • Der Fitnesstest

Stories

Der Laptop - oder wie ich zum Computer kam

Schon vor einigen Jahren wollten meine Kinder mich dazu überreden mit Hilfe eines Computers meine Geschichten zu schreiben. Ich weigerte mich in meinem Alter noch mit diesem neumodischen Kram anzufangen. Ausserdem hätte ich meine Blumenecke im Wohnzimmer für einen Schreibtisch mit der ganzen Computertechnik eintauschen müssen. Nach einiger Zeit dachte ich, dass sie es vergessen hätten. Aber mitnichten.

Letztes Jahr zu Weihnachten überraschten meine lieben Kinder mich mit einem Laptop. Dieser kleine Computer braucht keinen Schreibtisch. Man klappt ihn einfach auf und kann auf dem Küchentisch oder sonstwo daran arbeiten. Nun sitze ich fast jeden Tag vor dem Bildschirm und finde erstaunliche Dinge im Internet. Jawohl selbst da traue ich mich schon rein. Allerdings habe ich öfter das Problem, dass ich nicht mehr da hinaus finde.In meiner Panik rufe ich dann meinen Sohn an und frage was ich machen soll. Mit seinen Anweisungen: „Drücke diesen und jenen Knopf unten links und oben rechts!“ gelingt es mir dann dem Internet zu entkommen. Aber interessant ist es ja ,wenn ich im SeniorenWeb die Zeitung „Wir für Euch“ entdecke und meine eigenen Geschichten dort finde. Dieses ist nun mein erstes Werk, das ich auf meinem Laptop schreibe und es klappt schon ganz gut , wenn ich auch oft einen Buchstaben suchen muss. Aber je öfter ich übe, desto schneller geht es. Anscheinend ist man nie zu alt um noch etwas Neues zu lernen.

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Das Alter

Alt werden ist schön, aber alt sein ist gar nicht schön! Diesen Satz habe ich oft von meiner 95 jährigen Mutter gehört. Und jetzt, wo das Alter sich meiner auch so langsam bemächtigt, kann ich ihr nur zustimmen. Natürlich hat alles im Leben zwei Seiten. Z.B.: hat man jetzt endlich Zeit für seine Hobbies und Interessen. Die Kinder sind aus dem Haus man braucht morgens nicht früh aus dem Bett, weil die Arbeit ruft. Es ist alles viel geruhsamer. Aber die andere Seite der Medaille ist halt, dass man nicht mehr so kann wie man möchte. Meine Devise lautete immer: „Wenn man etwas wirklich will, dann kann man es auch!“ Denkste!! Ich kann jetzt manches noch so sehr wollen, es geht einfach nicht. Ich denke dabei so ans Aufhängen der gewaschenen Stores oder das Heckeschneiden und viele andere Tätigkeiten die mir nie was ausgemacht haben. Aber jetzt beginnen die alten Knochen und Gelenke zu streiken und strafen mich mit Schmerzen. Kürzlich schleppte ich auf dem Heimflug mein Handgepäck, zirka 6 Kilo schwer, durch endlose Gänge und Treppen des Flugplatzes. Außerdem hatte ich vorher 8 Nächte im Hotel ohne mein gewohntes Nackenstütz-kissen schlafen müssen. Die Folgen zeigten sich alsbald:
Nacken und Schultern waren total verspannt und schmerzten heftig. Alles Einreiben mit Franzbranntwein und diversen Salben brachte keine Linderung. Als ich in der Zeitung über die Erfolge der chinesischen Akupunktur las, dachte ich mir ein Versuch kann ja nicht schaden, und meldete mich bei einer Ärztin in Sterkrade an. Ich erhielt 7 Behandlungen, bei denen ich von Kopf bis Fuß mit feinen Nadeln gespickt wurde, was aber kaum weh tat. Nach der 7. Behandlung fuhr die Ärztin in Urlaub und beendete die Piekserei. Ich beglich die Rechnung die nicht gerade gering war, da die Krankenkasse sich leider nicht beteiligte. Am nächsten Tag waren die Schmerzen wieder heftiger und ich begab mich zu meiner Hausärztin in der Hoffnung, dass sie mir Fango und Massage verschreiben würde. Sie meinte aber, ich sollte mal einen Orthopäden besuchen. Ich erhielt eine Überweisung dafür und bekam erstaunerlicherweise schon für die nächste Woche einen Termin. Noch bevor ich meinen Termin wahrnehmen konnte, besserten sich meine Schmerzen von Tag zu Tag. Anscheinend brauchte die Akupunktur eine gewisse Zeit um Wirkung zu zeigen. Eigentlich hätte ich gar nicht mehr zum Orthopäden gebraucht, Aber nun hatte ich die Überweisung und den Termin und so ging ich zu ihm. Zuerst machte er eine Röntgenaufnahme von meinem Genick. Darauf sahen meine Halswirbel aus, als wenn Mäuse sie angeknabbert hätten. Heilbar sei das zwar nicht, meinte der Doktor, aber er empfahl mir eine Magnetfeldbestrahlung. „Warum nicht?“ dachte ich, vielleicht habe ich dann vorläufig Ruhe. Nun darf ich ein dutzendmal zur Bestrahlung kommen – Zuzahlung für jede Behandlung 12 €. Zusammen mit den Kosten für die Akupunktur ergibt das ein nettes Sümmchen. Aber was soll's, vielleicht hilft es ja wirklich und außerdem tue ich was für die notleidende Ärzteschaft.
 

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Arbeitersiedlungen im Ruhrgebiet

In den Hungerjahren zwischen 1846 und 1855 verließen viele Menschen im Ruhrgebiet ihre Heimat und wanderten nach Amerika aus. Als dann die Hütten-und Bergbauindustrie entstand, mangelte es an Arbeitskräften die nun im Osten, in Schlesien,Polen,West-und Ostpreußen angeworben wurden. So begann die erste große Völkerwanderung in unserer Heimat.
 

Um1780 lebten in Osterfeld nur 430 Menschen, hundert Jahre später ist die Bevölkerung auf 5385 angewachsen und nach nur weiteren 20 Jahren betrug die Einwohnerzahl bereits 25.000.

Das erste Hüttenwerk, gegründet von Haniel, Jacobi und Huyssen, seit 1873 Gute-Hoffnungs-Hütte, oder kurz GHH genannt, hatte ständig Bedarf an Arbeitskräften. Doch wo sollten alle diese Menschen leben?
Wilhelm Lueg, zunächst Hauslehrer bei Jacobi, wurde nach dessen Tod Hüttendirektor.
Er erkannte, dass die Industrie Wohnraum für die zugewanderten Arbeiter und deren Familien schaffen musste. So entstand die erste Arbeiter-siedlung, genannt Eisenheim, 1846 in Osterfeld. Jede Familie bekam 3-4 Räume in der Kolonie zugewiesen, nebst einem Stück Land und einem Stall wo sie sich eine Ziege, Hühner und Kaninchen halten konnte. Später entstanden die Bergarbeitersiedlungen Stemmersberg, Jacobi, Vondern
und andere. Immer stärker wuchs der Bedarf an Wohnraum.
Als Osterfeld im Jahre 1891 den größten Rangierbahnhof Europas erhielt, wurden Wohnungen für Tausende von Eisenbahnern gebraucht. Die Wohnungsbau-Genossenschaft Osterfeld wurde gegründet. Gegen Einlage einer bestimmten Summe erhielten die Leute Anrecht auf noch zu bauende Wohnungen welche auf diese Art finanziert wurden.
So entstanden die Eisenbahnersiedlungen.
In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg begann abermals eine große Völkerwanderung ins Ruhrgebiet. Bedingt durch den Wiederaufbau und dem Boom der Industrie wurden immer mehr Arbeitskräfte benötigt. Sie kamen aus Italien, Griechenland, Spanien, Jugoslawien und später besonders aus der Türkei.
Die Einwanderer wurden von den Alteingesessenen nicht gerade mit offenen Armen empfangen, da mussten viele Vorurteile abgebaut werden. So wie die Menschen die im 19ten Jahrhundert aus dem Osten kamen, abfällig Polacken genannt wurden, so bezeichnete man die späteren Immigranten als Spaghettifresser und Kanaken. Heute sind bei uns polnische Namen gang und gäbe und irgendwann werden die neu Zugewanderten ebenso integriert sein, auch wenn es etwas länger dauert. Viele leben schon in der dritten Generation bei uns und für die hier geborenen jungen Leute ist das
Ruhrgebiet ihre Heimat, das wieder einmal zum Schmelztiegel vieler Kulturen und Religionen wurde. Und wieder fanden viele Menschen in den alten Bergarbeitersiedlungen ein Zuhause. Doch allmählich wurde den Besitzern dieser Kolonien die Instandhaltung der über hundert Jahre alten Häuser zu kostspielig und so fasste man bei RAG, GHH und Thyssen den Plan die Siedlungen platt zu machen und an ihrer Stelle moderne Hochhäuser zu errichten. Im Knappenviertel gelang dieses Vorhaben indem dort die
„3 Knappen" gebaut wurden. In Eisenheim aber gründeten die Bewohner eine Bürgerinitiative. Es war die erste im Ruhrgebiet, doch im Laufe der folgenden zwei Jahre wurden zirka 50 weitere Bürgerinitiativen gegründet und die Aktivitäten der Siedlungsbewohner hatten Erfolg. Die Siedlungen blieben erhalten und die großen Unternehmen versuchen nun die Häuser an die Bewohner zu verkaufen, wobei den Mietern auch bei Nichtkauf noch eine mehrere Jahre lange Nutzung der Wohnungen zugestanden wird.
 

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Der Fitnesstest

In der Apothekenzeitung findet man immer gute Anregungen. Kürzlich las ich wie man seine Fitness prüfen könne. Dazu sollte man sich auf den Boden setzen und versuchen bei ausgestreckten Beinen die Füße mit den Händen zu erreichen. Das musste ich unbedingt ausprobieren. Statt aber, meinem Alter entsprechend, mich erst hinzuknien und dann hinzusetzen, plumpste ich einfach auf meinen Allerwertesten. Das nahm dieser mir sehr übel. Ich kam zwar noch recht gut mit den Fingerspitzen bis zu den Knöcheln runter, aber dann das Aufstehen vom Boden war die reinste Quälerei. Ich hatte mir bei dem Plumps das Steißbein heftig gestoßen. Es tat höllisch weh, und von einer früheren Gelegenheit - als ich vor Jahren mit dem Fahrrad gestürzt war - wußte ich, dass ich mindestens 3 Wochen meinen „Spaß“ daran haben würde. Und so war es auch.

Einige Tage später flog ich nach England. Das Sitzen wurde zur Qual. Ob im Flugzeug, im Auto oder auf einem Stuhl: ich wackelte hin und her,wobei ich eine Hand unter mein Hinterteil schob. Ich salbte mein Steißbein mit Schmerzgel und mit Franzbranntwein ein, aber alles ohne nennenswerten Erfolg. Beim Gehen ließen sich die Schmerzen noch am ehesten aushalten und so wanderte ich stundenlang durch die Gegend. Gegen Ende der dritten Woche, stellte sich dann allmählich Besserung ein.

Aber eines habe ich mir geschworen: Nie wieder werde ich meine Fitness testen!